Angehende Schulkinder gehen “Mit der Sonne durch das Kloster”

Ein weiteres Mal hat das denkmalpädagogische Programm “Mönche und Maschinen – Mit der Sonne durch das Kloster” die Neugierde angehender Schulkinder geweckt. Diesmal kam der Evangelische Jona-Kindergarten aus Marsberg in das ehemalige Kloster Bredelar|Theodorshütte, um einen Blick hinter die hohen, alten Mauern dieses imposanten Gebäudes zu werfen. Denn eines wurde schnell klar: “So hohe Decken hat unser Wohnzimmer nicht”.


Da ein Kloster ein Ort ist, an dem geregeltes Leben und Ordnung eine große Rolle spielen, um überhaupt miteinander in einer Gemeinschaft leben zu können, bestand an die Kinder die Herausforderung, sich auf “Regeln” einzulassen. Und das hieß an erster Stelle, sich durch ein einheitliches Gewand “gleich” zu machen, um nicht bunter oder weniger bunt zu sein als die anderen Kinder.

Andächtig, in Zweierreihen verlassen die Kinder “ordentlich” die ehemalige Abteikirche, um mit “Bruder Benedikt” (Benedikt Klaucke) vom Förderverein Kloster Bredelar die Schlafräume der Mönche aufzusuchen. Zuvor hatten die Kinder auf Musik gehört, die sie “…im Radio noch nie gehört…” hatten. Kein Wunder: schließlich handelte es sich dabei um gregorianischen Gesang. Und der ist in der Tat eher selten im Radio zu hören.
Mit der Abendsonne kommen die Kinder am Westportal an. Zu Klosterszeiten wurden an der repräsentativen Freitreppe die Gäste Empfangen. Und das konnte natürlich nur zum Ende eines arbeitsintensiven, durch Gebet und Aufgaben ausgefüllten Tages erfolgen. In dieser Lichtstimmung kommen auch die Kindergartenkinder am Westflügel an, der ihnen wegen seines rosa-rötlichen Anstrichs besonders gut gefällt. Außerdem entdecken sie im Schlussstein über dem spätbarocken Portal Zahlen – die Jahreszahl der Erbauung. Wie alt das Gebäude ist, wird den Kindern allerdings nicht verraten. Vielmehr sollen sie sich die kunstvolle Inschrift wieder anschauen und zum Kloster zurückkommen, wenn sie in der Schule mit dem Rechnen soweit in Übung sind, dass sie das Jahr, in dem sie sich dann befinden werden, minus (-) 1800 subtrahieren können…

Zum Schluss der Führung lauschen die Kinder lautem Machinengeräusch. Die Klosterzeit ist vorbei; die Gewänder haben alle Beteiligten abgelegt. Pastor Pape vom Förderverein Kloster Bredelar erzählt den Kindern, was für laute und große Maschinen in der ehemaligen Abteikirche eingebaut wurden, nachdem die Mönche das Kloster verlassen mussten.

Die letzten Sonnenstrahlen erlebten dann die “Schulkinder” im farbenfrohen Garten von Pastor Pape und seiner Familie. Hier gab es Leckeres vom Grill und auf einem großen Trampolin hatten die Kinder die Gelegenheit, die letzten Sonnenstrahlen einzufangen.

Fotos: Nicole Wagner